Home

English



























 

Voith Schneider Propulsion im Eis

Voith Schneider Propeller (VSP) sind als äußerst zuverlässige und präzise Antriebssysteme bekannt. Sie werden bevorzugt dort eingesetzt, wo hohe Manövrierfähigkeit gefordert ist. Insbesondere bei Fahrten im Eis ist gutes Manövrierverhalten von großer Bedeutung. Hier stellt der VSP eine interessante Option als Antriebs- und Manövrierlösung dar.

Das Verhalten des VSP im Eis wurde durch das Forschungsinstitut VTT Helsinki im Eislabor von Aker Arctic [1] erfolgreich getestet.
Das Testergebnis war ein wesentlich besseres Verständnis der Physik von Voith Schneider Antrieben im Eis. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung von Auslegungsempfehlungen für VSP-angetriebene Schiffe, die im Eis eingesetzt werden sollen, ein.

Schiffsassistenz mit einem Voith Wassertrecker in dichtem Eis 
 

Voith Wassertrecker in der Funktion eines Eisbrechers   Eistest eines Schiffs mit VSP Antrieb bei Aker Artic in Helsinki
 


Wichtige physikalische Effekte:
  1. Der Aufprallpunkt der Eisschollen am Propellerflügel liegt im oberen Teil des Flügels in der Nähe der Lagerung (geringerer Biegemoment),
  2. Der Aufprall de Eisschollen erfolgt an der Vorderkante der Flügel. Hier ist das Widerstandsmoment des Flügelprofils am größten. Risiko von Schäden wird minimiert.
  3. Die Eisschollen werden zur Seite gedrückt und verfangen sich nicht im VSP. Diese Eisschollen werden nach dem ersten Auftreffen vom Antrieb sofort abgelenkt.

Die Vorteile des VSP im Eis liegen in seiner hohen Manövrierfähigkeit und der stufenlosen Schubverstellung. So kann der Abstrom des Propellers direkt und stufenlos variiert werden, so dass Eisschollen sehr präzise in die gewünschte Richtung verschoben und eine Fahrrinne geräumt werden kann. Aufgrund der besonderen physikalischen Effekte und der Interaktion zwischen VSP-Flügeln und den Eisschollen werden die VSP-Flügel anders getroffen, als die von Schraubenpropellern. Hierdurch reduziert sich das Schadenrisiko.

Sowohl Svitzer in Göteborg als auch URAG in Bremerhaven und Bugsier in Rostock (Abb. 1 und Abb. 2) haben mit ihren Schleppern bei Fahrten im Eis sehr gute Erfahrungen gemacht. Gleiche Erkenntnissen wurden in der Vergangenheit durch Tests in Bezug auf den Kontakt mit Treibholz oder Treibgut gemacht.
[1] Pajala, Jukka: Model tests of VSP propelled vessels in ice, Hydrodynamic Symposium on Voith Schneider Propulsion,
5. - 6. Juni 2008, Heidenheim


VWT im Eis
Ihre Anmerkungen zu dieser Seite